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Die Erfolgsstory der Perlenkette bei MAN

Status: From plan to pull

Der Unternehmensbereich MAN Truck & Bus zählt, zusammen mit der ebenfalls zur Volkswagen-Unternehmensgruppe gehörenden Marke Scania und der brasilianischen Nutzfahrzeugtochter von Volkswagen Caminhões e Ônibus, zu einem der größten LKW-Hersteller der Welt. MAN produziert nach den fünf Grundprinzipien der Programmführung nach dem Motto „From Plan to Pull“. Flexibilität und Lieferfähigkeit stellen einen klaren Wettbewerbsvorteil dar und so herrscht ein Mindset von „Die Produktion liefert jedes Fahrzeug“. Um dies praktizieren zu können, sind verschiedene Prinzipien für die Steuerung des Produktionsprogramms erforderlich: Realistische Auslegung der „Marktbedienung“, Programmfixierungen gemäß dem MAN-Entscheidungskalender, Niveauveränderungen mit Mindestvorlaufzeiten und Fahrzeug-Umpriorisierungen bei vollem Auftragsbuch nur im direkten Austausch mit anderen Aufträgen, d.h. ein großflächiges Durchrollieren wird nicht erlaubt. Außerdem obliegt die Entscheidung über hochpriorisierte Aufträge aus dem Vertrieb letztendlich der Produktion.


Herausforderung: Die optimale Füllung der Perlenkette

Die Perlenkette beginnt mit der „Fassung“ der Aufträge (Umsetzung des vertriebsseitigen Auftragsbestandes in Montageaufträge). Die Perlenkettenlogik in der Produktion ist wesentlich für eine optimale Auftragsabwicklung im Produktionsbereich, sie bildet die Produktionsreihenfolge sowohl für Komplettfahrzeuge (LKW, Bus) als auch für die zugehörigen Komponenten (Achsen, Fahrerkabinen, Motoren, etc.) ab. Mit der Perlenkette wird sowohl der Standort als auch die Reihenfolge der Aufträge festgelegt. Eine Reference-Sequencing-Lösung soll die optimale Eintaktung der Aufträge mit maximaler Flexibilität in einem vernetzten Produktionssystem gewährleisten, also sowohl die Endmontage als auch die Komponentenproduktion abbilden.

Für die Modellmix-Produktionslinie muss Folgendes gesichert sein:

  1. Optimale Ausrichtung am Kunden durch die Berücksichtigung der Abnehmer-Perlenkette (z.B. LKW-Montage)
  2. Berücksichtigung lokaler Kriterien, um ein an die jeweils vorherrschenden Gegebenheiten angepasst eine optimale Lösung zu erhalten


Lösung: Mit der APS-Lösung Sequencing zur stabilen Perlenkette

Die Standardsoftware der flexis AG orientiert sich an den Kundenprozessen und verfügt über eine sehr einfach bedienbare Oberfläche. Durch die diversen Sichten schafft die Lösung eine hohe Transparenz und erlaubt gleichzeitig viel Flexibilität in der Konfiguration des Regelsatzes, d.h. es gibt kaum Begrenzungen in der Regeldefinition. Für eine fundierte Maßnahmenergreifung werden Regelverletzungen in einer graphischen Online-Darstellung präsentiert. Die Sequencing-Ergebnisse können zur Abwägung von Entscheidungen simuliert werden, z.B. um die Versorgungssituation bei Planänderungen zu prüfen.


Ergebnis: Nahezu 100 % Sequenzstabilität

Die Perlenkette ist für logistische Zwecke nur einsetzbar, wenn sie stabil gehalten werden kann:
Wichtig ist dabei die Buchungsdisziplin der Mitarbeiter. Bei MAN wird Sequencing bereichsübergreifend anerkannt und als Unterstützer akzeptiert. Ein konsequentes Reporting der Sequenzstabilität und der Verletzungen hilft bei zukünftigen Entscheidungen, weil die Auswirkungen unmittelbar transparent werden. So wurde u.a. ein Malus-System für Lieferanten eingeführt, das auch diesen die Auswirkungen ihres Handelns erkennbar macht. Das strategische Ziel der hohen Sequenzstabilität bei gleichzeitiger Vorgabe, Verletzungen unter allen Umständen zu vermeiden, konnte mit der flexis-Lösung und deren Integration in die MAN-Prozesse erreicht werden. Zwar dauerte es eine gewisse Zeit, bis die Perlenkette stabil genug war um die Basis für weitere Prozesse und Optimierungen zu liefern: Die Investitionen haben sich aber mittlerweile mehrfach ausbezahlt.

Quelle: Vortrag MAN; VDI 2012