Operative Transportplanung

Auch für eine erfolgreiche, operative Umsetzung der Planung liegt der Schlüssel im Austausch zwischen den Beteiligten und deren Zugriff auf alle relevanten Daten.
Das weit verbreitete Modell, dass Absprachen zwischen dem Lieferanten und der beauftragten Spedition erfolgen, während die Feinplanung von einem Transportplaner oder externen Dienstleister durchgeführt wird, hat ausgedient.

Angesichts der Komplexität des Fertigungsverbunds und der internationalen Lieferketten ist ein Höchstmaß an Transparenz unabdingbar. Erreicht werden kann dies
nur durch eine effiziente Abstimmung aller Beteiligten auf Augenhöhe und auf der Basis von Daten, auf die jeder kontinuierlich zugreifen kann. Diese können beispielsweise in Form einer cloudbasierten Lösung bereitstehen.

Funktionalitäten

  • Automatisiertes, software-basiertes Verfahren zur täglichen operativen Planung und untertägigen Überplanung
  • Full Truck Load-optimierte Zuordnung von Transportaufträgen in Abholzeitfenstern gemäß definiertem Reaktionsspielraum im Vergleich zu den Abrufvorgaben („Breathe“-Prinzip)
  • Optionale Planung von Mischpaletten zur Bildung von Full Truck Load („Mix“-Prinzip)
  • Räumliche Optimierung der Transport-Cubes („Load“-Prinzip)

Taktische Transportplanung

Eine wirkungsvolle Optimierung der Transportplanung beginnt bei der Identifizierung der entscheidenden Stellschrauben: Beladung, Lieferfrequenz und Transportwege. Wie gelingt es, LKW mit den passenden Materialien bestmöglich auszulasten? In welcher Frequenz sollen die benötigten Teile idealerweise abgeholt werden? Welche Transportrouten sind am günstigsten? Eine systematische Transportplanung, die diese Fragen beantwortet und alle Kostenaspekte (Transport- und Lagerkosten, Handling-Kosten, Bestandskosten) berücksichtigt, führt zu einer gesamtheitlichen Betrachtung. Basierend auf diesem umfassenden Überblick kann der OEM die Parameter für eine hocheffiziente Transportplanung festlegen.

Hauptaufgaben der taktischen Transportplanung sind:

  • die Zuordnung von Teilen- oder Teilefamilien zu einer Klasse von Transportrouten (Wertströme) mit jeweils typischer Ausprägung (Direktlieferung, Milkrun, Transport über ein Cross-Dock)
  • die Überwachung der Wertströme hinsichtlich ihrer Effizienz

Funktionalitäten

  • Engere Verzahnung der traditionell getrennten Welten der Materialplanung und -steuerung und des Transports mittels integrierter Prozessmodelle und Softwarelösungen
  • Software-gestütztes Verfahren zur rollierenden Überprüfung und ggfs. Neuzuordnung von Lieferund Transportbeziehung hinsichtlich Lieferfrequenz und Wertstromtypus
  • Bewertung und Auswahl alternativer Versorgungskonfigurationen, basierend auf der Ausbalancierung transportlogistischer und materialdispositiver Kostenanteile